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Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen

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Für Journalisten

Presseaussendungen

12.04.2018

Systemwechsel für unsere Gesundheit

v.l.n.r.: Prim. Univ. Prof. Dr. Christian Fialka (Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie), Univ. Prof. Dr. Markus Müller (Rektor der MedUni Wien), Doris Strugl, (Moderatorin), Assoc.-Prof. Dr. Guido Offermanns (Alpen-Adria-Universität Klagenfurt), Dr. Thomas Czypionka (Head of Health Economics and Health Policy am IHS), Gerald Gschlössl, (AUSTROMED-Präsident)

24.10.2017

Medizinprodukte-Branche geht bei Compliance in die Offensive

AUSTROMED stellt neuen Verhaltenskodex auf den Prüfstand von Ärzten, Krankenanstalten und Rechtsexperten 

Moderne und innovative Medizinprodukte sind ein wesentlicher Bestandteil eines guten Gesundheitssystems, von dem alle Patienten profitieren. Um dies zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Beschaffern und Anwendern für einen Know-how Transfer  unumgänglich und sogar gesetzlich vorgeschrieben. Da diese Beziehungen sehr sensibel sind, hat die AUSTROMED mit der Neufassung ihres Kodex klare Regeln aufgestellt, denen sich alle Mitgliedsunternehmen unterwerfen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurde dieses Regelwerk mit Vertretern der Ärztekammer, des Wiener Krankenanstaltenverbundes und einer Rechtsexpertin diskutiert. Mag. Philipp Lindinger, Geschäftsführer der AUSTROMED: „Die Medizinprodukte-Branche hat in der Öffentlichkeit und bei seinen Partnern ein sehr positives Image. Daher haben sich die AUSTROMED-Mitglieder selbst Regeln auferlegt, die nach den zentralen Grundsätzen der Trennung, Transparenz, Ausgewogenheit, Dokumentation und Außenwahrnehmung höchste Standards erfüllt. Man muss aber realistisch sein - ein Kodex kann nicht von einem Tag auf den anderen das Verhalten einer ganzen Branche ändern. Für die AUSTROMED ist es nun wichtig als Botschafter und Bewusstseinsbildner zu agieren und alle Beteiligten im Gesundheitssektor über die neuen Regeln zu informieren.“ 

Strenge Regel, aber Spielraum für Augenmaß und Hausverstand

Der neue AUSTROMED-Kodex bezieht sich inhaltlich u.a. auf die Bestimmungen des Strafrechtsänderungsgesetzes und des “Code of Ethical Business Practice“ der Europäischen Dachorganisation „MedTech Europe“. Dr. Monika Ploier, Rechtsanwältin: „Zentraler Punkt jedes Kodex ist es, dass er die Zusammenarbeit nicht unterbindet. Das ist mit dem AUSTROMED-Verhaltenskodex gelungen. Er ist zwar streng gefasst, lässt aber einen Spielraum für Augenmaß und Hausverstand. So ist etwa der Grundsatz der Dokumentation etwas weiter gefasst, sodass sich mit der Angabe von Zweck und Gegenstand der Zusammenarbeit, sowie einem schriftlichen Leistungsbericht der Mehraufwand für die Branchenmitarbeiter in Grenzen hält. Das unterstützt, eine rasche Akzeptanz zu schaffen. Scharfe Regeln, wie etwa die Unzulässigkeit von Spenden an einzelne Personen, sind für die meisten in der Branche schon lange selbstverständlich. In anderen Bereichen sind die Leitlinien neu und müssen die Branche nun erst einmal durchdringen.“

Dr. Karlheinz Kux, Rechtsanwalt und Compliance Officer der Ärztekammer sieht Compliance Richtlinien als sehr wichtig an und gab in seinem Impulsreferat vor allem Tipps, wie man in den Unternehmen die neuen Regeln optimal anwendet. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass zu viele Vorschriften dazu führen können, dass sich Mitarbeiter damit nicht mehr identifizieren können.  Dr. Kux: „Regeln müssen so aufgebaut sein, dass sie von den Mitarbeitern gekannt und verstanden werden. Ein Überborden an Vorschriften führt dazu, dass die betroffenen Personen diese nicht mehr einhalten können und das innere Wertesystem verloren geht. Für Compliance Officer ist daher die Anwendbarkeit der Regeln ein Hauptthema. Vor allem am Beginn sollten die Medizinprodukte-Unternehmen ihre Mitarbeiter mehr begleiten als kontrollieren, wodurch  deren Eigenverantwortung geschärft werden kann.“ 

Dr. Stefan Dorner, Vertreter des Wiener Krankenanstaltenverbundes sieht im AUSTROMED-Kodex eine wichtige Basis für die Zusammenarbeit mit der Medizinprodukte-Branche: „Unser Kernauftrag ist die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten in Wien und Umgebung. Da Forschung und innovative Produkte die Medizin erst zur Wissenschaft machen, wollen wir auch weiterhin verlässlicher Partner der Industrie sein. Im Interesse des Patientenwohls bieten wir Spitzenmedizin überall an, wo es sinnvoll ist. Die Wiener Krankenanstalten sind Zentren der Exzellenz und sollen es auch weiterhin bleiben. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist dabei ein wesentlicher Pfeiler. Gleichzeitig sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter laufend für ein rechtskonformes Verhalten und bieten Unterstützung für wissenschaftliche Leistungen. Wie die Medizinprodukte-Branche haben auch wir klare Vorgaben, die sukzessive weiterentwickelt werden und einen gemeinsamen Rahmen bieten.“ 

In der abschließenden Diskussion mit Branchenvertretern zeigte sich, dass viele Unternehmen intern sogar noch strengere Regeln anwenden, als sie vom Gesetz oder vom Kodex vorgegeben sind.


26.07.2017

AUSTROMED vertritt Interessen der In-vitro Diagnostik

Nach der Auflösung des ÖDGH ist die AUSTROMED neuer Ansprechpartner und Interessensvertretung für Unternehmen der In-vitro Diagnostik 

Mit Ende Juni 2017 wurde der ÖDGH, der Verband der österreichischen Diagnostica- und Diagnosticageräte-Hersteller, offiziell aufgelöst. Die AUSTROMED – die Interessensvertretung der Medizinprodukte Unternehmen Österreichs – übernimmt dessen Aufgaben und ist ab sofort auch die Interessensvertretung der In-vitro Diagnostik. „Bereits seit einigen Jahren zählen auch Unternehmen aus dem Bereich der In-vitro Diagnostik zu unseren Mitgliedern - durch die Auflösung des ÖDGH ist dieser Bereich stark gewachsen und wir haben eine schlagkräftige Branchengruppe "In-vitro Diagnostik" gegründet. Mit dieser gebündelten Kraft können wir die Interessen noch effizienter als schon bisher vertreten“, so AUSTROMED-Präsident Gerald Gschlössl.

Der ÖDGH verstand sich als ethische und wirtschaftliche Instanz und verpflichtete sich zu Qualität und Innovation. Dieses Selbstverständnis ist auch jenes der AUSTROMED. Bereits im Frühjahr 2014 wurde die damals schon bestehende Zusammenarbeit mit AUSTROMED durch eine enge Partnerschaft in Form einer korrespondierenden Mitgliedschaft vertieft. Der Anstoß dazu wurde auf europäischer Ebene gegeben, als die Dachverbände der beiden Interessenvertretungen – EDMA (European Diagnostic Manufacturers Association) und EUCOMED (European Medical Technology Industry Association) – eine Allianz namens „MedTech Europe“ eingegangen sind. Dies hat nicht nur Vorteile für die Mitglieds-Unternehmen, sondern auch für das Gesundheitswesen durch einen vereinten Ansprechpartner für die gesamte Branche.

Dr. Ulrike Blaseio, bis zur Auflösung stellvertretende Obfrau des ÖDGH und kooptiertes Vorstandsmitglied der AUSTROMED:  „Die Zusammenarbeit mit der Austromed birgt große Chancen für die Diagnostikindustrie einerseits und auch für die Anwender von In-vitro Diagnostika in medizinischen Laboren. In unserem sich schnell wandelnden Umfeld liegen  die herausfordernden Aufgaben  bei der AUSTROMED in sehr guten Händen und bringen massive Synergien in der  Interessensvertretung mit sich. Ich bin davon überzeugt, dass dies für die In-vitro Diagnostik Branche auf Hersteller- und auf Kundenseite positive Auswirkungen haben wird.“


15.06.2017

Ganz Europa feiert die „MedTechWeek 2017“

Österreich-Roadshow im Rahmen der größten Medizinprodukte-Veranstaltungsreihe Europas

Vom 19. bis 23. Juni 2017 findet in ganz Europa die „MedTechWeek“ mit einer Vielzahl von Veranstaltungen rund um das Thema „Medizinprodukte“ statt. Insgesamt beteiligen sich Unternehmen und Verbände aus 18 europäischen Ländern – von Schweden bis Portugal und von Irland bis Polen – an der größten Medizinprodukte-Veranstaltungsreihe Europas. AUSTROMED veranstaltet im Rahmen der MedTechWeek eine Roadshow quer durch Österreich, welche die Öffentlichkeit über den großen Nutzen für Patienten und das Gesundheitswesen, die hohe Qualität und Sicherheit der Produkte sowie die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Österreich informiert. AUSTROMED-Geschäftsführer Mag. Philipp Lindinger: „Innovative Medizinprodukte sind unverzichtbar für das Leben - sowohl für lebensrettende Maßnahmen, für die Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung und Linderung von Krankheiten als auch bei Verletzungen oder Behinderungen. Der laufende technologische Fortschritt erhöht die Lebensqualität der Menschen und leistet einen wesentlichen Beitrag zu unserem hochwertigen Gesundheitswesen.“ 

Der Begriff "Medizinprodukt" ist für viele Menschen noch eine Unbekannte, obwohl viele der rund 500.000 unterschiedlichen Produkte bereits zur Alltäglichkeit gehören. Die Bandbreite ist enorm: Medizinprodukte beginnen beim einfachen Wundpflaster, gehen über Verbandstoffe, Implantate, Hörgeräte, Herzschrittmacher, In-vitro Diagnostika bis hin zu Großgeräten, wie etwa MRTs. 

Die Roadshow startet am kommenden Montag, den 19. Juni in Oberösterreich beim EKZ in Haid. Am Dienstag, den 20. Juni ist das AUSTROMED-Info-Team in Salzburg beim Designer Outlet McArthurGlen anzutreffen. Am Mittwoch, den 21. Juni ist Tirol mit dem DEZ Innsbruck an der Reihe. Im Einkaufszentrum Südpark in Klagenfurt wird am Donnerstag, den 22. Juni über Medizinprodukte informiert. Der Abschluss der Roadshow findet am Freitag, den 23. Juni beim Grazer Shopping Center West statt. Interessierte sind herzlich eingeladen an den jeweiligen Veranstaltungsorten vorbeizukommen und sich umfassend zum Thema Medizinprodukte zu informieren. Um den Menschen die Unverzichtbarkeit von Medizinprodukten eindrucksvoll zu erklären, wird zusätzlich im Rahmen der Roadshow täglich eine Social Media Story veröffentlicht.   

„Moderne Medizinprodukte helfen nicht nur den Menschen, sondern reduzieren auch die Folgekosten für den Staat und die Gesellschaft. durch Mit der Teilnahme an der MedTechWeek wollen wir der breiten Öffentlichkeit einen Einblick in die Welt der Medizinprodukte geben“, so Mag. Philipp Lindinger.


26.04.2017

Sauber und transparent - Medizinprodukte-Branche gibt sich strengere Regeln

Neuer AUSTROMED-Kodex konkretisiert Beziehung zwischen Lieferanten, Beschaffern und Anwendern von Medizinprodukten

Medizinprodukte sind unverzichtbar für das Leben und unser Gesundheitssystem. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Beschaffern und Anwendern ist für die Forschung ebenso wie für eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Produkte unverzichtbar. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich die Beziehungen zwischen Herstellern, Beschaffern und Anwendern von Medizinprodukten klar zu regeln. Ende März wurde in der AUSTROMED-Hauptversammlung die neue Fassung des Kodex mit einstimmigem Beschluss verabschiedet. Diese Neufassung beinhaltet nicht nur die Bestimmungen des Strafrechtsänderungsgesetzes, sondern ist auch auf den „Code of Ethical Business Practice“ der Europäischen Dachorganisation „MedTech Europe“ abgestimmt. AUSTROMED Geschäftsführer Mag. Philipp Lindinger: „Die enge Zusammenarbeit von Anwendern und Medizinprodukte-Unternehmen ist im Medizinproduktegesetz als Know-how-Transfer verankert und sogar verpflichtend vorgeschrieben. Der Medizinprodukte-Branche wird es dadurch ermöglicht, notwendige Innovationen zeitgerecht zum Patienten zu bringen und darf nicht mit Korruption gleichgesetzt werden. Umso wichtiger ist es deshalb, diese Beziehungen sauber und transparent zu regeln.“ 

Unter dieser Zusammenarbeit sind z.B. Beraterverträge, Aus-, Fort- und Weiterbildungen, Spenden bzw. Sponsoring oder anderen Sachzuwendungen, aber auch Bewirtungen zu verstehen. Es gelten ab sofort noch exaktere und strengere Regeln als bisher. Künftig müssen alle Leistungen schriftlich dokumentiert und begründet werden. Verstöße gegen diese freiwillige Selbstverpflichtung werden – unabhängig von straf- oder zivilrechtlichen Verfahren – durch ein Schiedsgericht entsprechend geahndet. Mag. Philipp Lindinger: „Mit dem neuen AUSTROMED-Kodex wird die gesamte Bandbreite der Zusammenarbeit inner- und außerhalb der Branche geregelt. Sie gilt von der Einladung auf einen Kaffee, über einen Beratungsvertrag eines Arztes bis zum Millionen Euro teuren Forschungsprojekt, das z.B. in Kooperation mit einer Universitätsklinik umgesetzt wird.“ 

Innovationen mit hohem ethischem Standard  

Im neuen Kodex wird besonderes Augenmerk auf Forschung- und Entwicklungsprojekte gelegt. Dabei steht die Sicherheit aller an den Projekten beteiligten Personen im Mittelpunkt. Noch strenger geregelt als schon bisher wird künftig die Finanzierung solcher Projekte, wenn sie in Zusammenarbeit mit Ärzten, Apothekern und anderen Personen des öffentlichen Gesundheitswesen stehen. So ist ein direkter Zusammenhang zwischen Vergabe und dem Volumen von Forschungsaufträgen von Medizinprodukten auszuschließen. Die Durchführung eines Forschungsauftrages durch eine ausgewählte Einrichtung des Gesundheitswesens bzw. deren Mitarbeiter muss transparent begründet werden. Verträge müssen künftig schriftlich unter genauer Angabe der zu erbringenden Leistungen und der Vergütung abgeschlossen werden. Zusätzlich sind die Konten (sogenannte Drittmittelkonten) anzugeben, über die die Finanzierung erfolgt.  

AUSTROMED Präsident Gerald Gschlössl: „Innovationen, die Menschen helfen, rasch wieder gesund zu werden, sind unser tägliches Geschäft. Mit dem Kodex wollen wir erreichen, dass diese Innovationen nicht nur funktionell, sondern auch ethisch dem hohen Standard unserer Zeit entsprechen.“ 

Der AUSTROMED-Kodex ist unter www. austromed.org abrufbar. Zusätzlich wird er durch einen ausführlichen Fragen/Antworten-Katalog ergänzt, der über zahlreiche Spezialfälle Auskunft gibt und als Interpretationshilfe dient. Mag. Philipp Lindinger abschließend: „Die AUSTROMED Mitglieder haben sich verpflichtet den Kodex einzuhalten. Er enthält detailliert die zentralen Inhalte der einschlägigen korruptionsstrafrechtlichen Bestimmungen, des Medizinprodukte-Gesetzes (MPG), des Verhaltenskodex der Ärztekammer und der Richtlinien der Universitäten. Somit können die strengen Verhaltensrichtlinien des AUSTROMED-Kodex auch für alle anderen nationalen Medizinprodukte-Unternehmen herangezogen werden.“ 


06.04.2017

EU-Parlament beschließt neue EU-Verordnungen für Medizinprodukte

Ein Plus an Sicherheit, aber auch mehr Bürokratie und höhere Kosten

Gestern Nachmittag, 5. April 2017, hat das EU-Parlament nach langen, zähen Verhandlungen die neuen EU-Verordnungen für Medizinprodukte und In-Vitro-Diagnostika verabschiedet. AUSTROMED begrüßt diesen Beschluss grundsätzlich, damit einheitliche Regelungen innerhalb Europas gewährleistet werden. AUSTROMED Präsident Gerald Gschlössl: „Der Grundgedanke der Neuregelungen ist es, die Patientensicherheit noch weiter zu erhöhen. Dies hat man sicherlich erreicht, wobei nicht alle neuen Anforderungen einer höheren Patientensicherheit dienlich sind. Erreicht hat man aber auch, dass der Gesundheitswirtschaft mit diesen Verordnungen zusätzliche Hürden auferlegt werden. Vor allem den heimischen Klein- und Mittelbetrieben, aber auch den vielen Start-ups, wird es nun viel schwerer gemacht, ihre neuen Produkte auf den Markt zu bringen. Österreich hat schon vorab auf einen Schlag alle seine Zertifizierungsstellen (Benannte Stellen) verloren, da die höheren Anforderungen an diese Stellen unfinanzierbare Investitionen notwendig gemacht hätten.“ Mit den neuen EU-Verordnungen werden von den Herstellerbetrieben viele zusätzliche Berichte, Pläne und Überprüfungen verlangt, die eine Entwicklung von Innovationen extrem aufwendig – für kleine finanzschwache Betriebe oft sogar unrentabel – machen. Zahlreiche Produkte bestimmter stofflicher und chirurgisch-invasiver Medizinprodukte sowie der In-Vitro-Diagnostika werden künftig höher bzw. neu klassifiziert, wodurch sich die Auflagen, z.B. aufgrund notwendig gewordener Erbringung von klinischen Studien, drastisch erhöhen.

Innovative Produkte: Bitte warten…

Gerald Gschlössl: „Wer gerade beginnt an einem innovativen Medizinprodukt zu forschen, kann sich bereits auf die neue Situation einstellen. Kompliziert ist es für jene Betriebe, die die Zertifizierung bestehender Produkte verlängern wollen bzw. deren Produkte kurz vor der Marktreife stehen. Nicht nur, dass sie erst einmal eine Benannte Stelle in Europa finden müssen, die sie aufnimmt. Dort herrscht Mangel an Fachpersonal und Großunternehmen in örtlicher Nähe sind weit attraktiver als ein kleiner Betrieb irgendwo in der Alpenrepublik. Die Kosten der Zertifizierung sind für österreichische Unternehmen seit 2016 um ein Vielfaches gestiegen und die Sprachbarriere ist vor allem bei komplizierten technischen Geräten ein Hindernis. Ich befürchte, dass viele österreichische Produkte vom Markt verschwinden werden. Fest steht jetzt schon, dass Innovationen künftig langsamer das Gesundheitssystem erreichen werden. Schlussendlich ist es der Patient, der darunter leiden wird.“

AUSTROMED will Gesundheitsministerium bei neuem Gesetz unterstützen

Die neuen EU-Verordnungen sind zwar unmittelbar geltendes Recht, müssen aber dennoch innerhalb der vorgesehenen Umsetzungsfristen in nationales Recht implementiert werden. Gschlössl abschließend: „In Deutschland hat man bereits einen nationalen Arbeitskreis initiiert, bei dem alle von den neuen EU-Verordnungen betroffenen Parteien zusammenarbeiten, um einen gemeinsamen Weg zu finden, der die Hemmnisse für deutsche Unternehmen auf ein Minimum reduziert. Das österreichische Gesundheitsministerium sollte diesem Beispiel folgen, sodass am Ende des Entwicklungsprozesses garantiert werden kann, dass die Branche das neue Regelwerk mittragen wird. AUSTROMED ist gerne bereit die Experten im Gesundheitsministerium bei dieser Arbeit tatkräftig zu unterstützen.“


30.03.2017

AUSTROMED: Österreich braucht wieder eine Benannte Stelle

Wegfall belastet Wirtschaftsstandort und Medizinprodukte-Branche massiv – Zertifizierung im Ausland ist Hemmschuh heimischer Innovationen

„Mit dem Wegfall der beiden österreichischen Benannten Stellen ist die heimische Medizinprodukte-Branche auf Zertifizierungen durch ausländische Institute angewiesen. Das bedeutet eine massive Verschlechterung für viele Start-ups sowie Klein- und Mittelbetriebe, die durch diesen Standortnachteil im internationalen Wettbewerb zurückzufallen drohen. Österreich braucht rasch wieder eine Benannte Stelle. „AUSTROMED fordert daher die Politik auf, hier so schnell wie möglich entsprechende Maßnahmen zu setzen„, so AUSTROMED Präsident Gerald Gschlössl anlässlich der gestrigen AUSTROMED Hauptversammlung.

Medizinprodukte als Erfolgsbeispiel für den Hochtechnologiestandort Österreich

Unter dem Titel „Medizinprodukte als Erfolgsbeispiel für den Hochtechnologiestandort Österreich“ fand im Anschluss an die Hauptversammlung der AUSTROMED im Van Swieten Saal der MedUni Wien eine gemeinsame Veranstaltung von LISAvienna und der Österreichischen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (ÖGBMT) statt. In ihrem Begrüßungsstatement bezog sich Gastgeberin DI Dr. Michaela Fritz, Vizerektorin der MedUni Wien, auf die Hemmnisse von Innovation aus Universitäten bzw. Start-ups, die in vielen Fällen an der Finanzierung scheitern, oft aber auch den Weg auf den Markt nicht schaffen und hier Unterstützung benötigen würden.

Als Einleitung zum Thema präsentierte Prof. Dr.med. Oskar Aszmann von der MedUni Wien beeindruckende Details und interessante Hintergründe über die österreichische Entwicklung der international einmaligen Bionic Hand, die erst durch die Entschlüsselung der Sprache der Hand möglich wurde. 

Das Thema aus wirtschaftlicher Sicht betrachtete Jürg Zürcher, Managing Partner von Ernst & Young Biotech/Medtech. Er zeigte anhand der Ergebnisse des aktuellen Medtech Reports 2016, dass die Branche vor einem Umbruch und großen Herausforderungen steht und dass sich dadurch jedoch auch enorme Chancen ergeben, die gerade innovativen Unternehmen viele Möglichkeiten bieten. 

Konsequenzen der neuen EU-Verordnungen

In einer spannenden Podiumsdiskussion wurde über Innovationen aus Österreich und den verschiedenen Regulatoren gesprochen, die diese be- und oft sogar verhindern. Gerald Gschlössl: „Österreich ist in den letzten Jahren vom Innovationstreiber zum Slow Follower geworden. Das hat viele Gründe. Ein wesentlicher Aspekt ist eine mangelhafte Ausbildung. Unser Ziel muss es sein, dass die ganze Gesellschaft beginnt innovativ zu denken.“ 

Sektionschef Mag. Dr. Andreas-Ulrich Schuh aus dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft betonte vor allem wie wichtig es ist, gemeinsam und mit der richtigen Energie an die Dinge heranzugehen. Sektionschef Schuh: „Positive Stimmung ist ein wichtiger Faktor für Innovationen. Die Medizintechnik ist eine wesentliche Säule der Life Science-Strategien. Unser Ziel muss es sein, mit dem enormen vorhandenen Wissen entsprechende Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu schaffen. Nun gibt es gerade neue Richtlinien und neue Strukturen. Österreich hat – wie auch andere europäische Länder – bei den Benannten Stellen eine Übergangsphase zu bewältigen. Grundsätzlich handelt es sich um ein EU-Thema. Um das Problem hierzulande rasch zu lösen, ist es wichtig, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen.“

Dr. Herwig Ostermann, Geschäftsführer Gesundheit Österreich: „Die aktuelle Frage ist: Wie bewerten wir Innovationen? Das Problem ist es, den verbesserten Nutzen den jeweiligen Kosten gegenüber zu setzen. Viele Entscheidungen finden im Grenzbereich statt und sind daher extrem schwierig. Wichtig ist es, mit den Ressourcen sparsam umzugehen, damit für die wirklich bahnbrechenden Innovationen Mittel zur Verfügung stehen.“ 

Die neuen EU-Verordnungen haben auch eine wesentliche Auswirkung auf die universitäre Ausbildung und anwendungsorientierte Forschung. „Vor allem die vielen Inhouse-Products sind von den neuen EU-Verordnungen betroffen. Das hat massive Auswirkungen auf die Ausbildung, da man hier sehr stark auf die Theorie zurückgehen muss und Studenten nur wenig praktische Erfahrung sammeln können. Insgesamt werden Regulatorien dann zum Problem, wenn Produkte vom Markt verschwinden oder innovative neue Produkte Jahre später am Markt ankommen. Das geht dann echt zu Lasten der Patienten. Das müssen wir verhindern“, so Prof. DI Dr. Winfried Mayr, Präsident ÖGBMT im Rahmen der Podiumsdiskussion.

Über seine Erfahrungen aus der Entwicklung einer mobilen Software für Diabetes Management, die in Österreich entwickelt und als Medizinprodukt der Klasse I und teilweise II in über 50 Länder vertrieben wird, berichtete Fredrik Debong, Head of Research & Development mySugr: „In Österreich haben wir durch die Größe den Vorteil, dass man sofort Leute erreichen kann. Aber gleichzeitig erreicht man durch einen Vertrag mit zwei Deutschen Kassen die gesamte Populationsmenge von Österreich – die Größe ist also Fluch und Segen gleichzeitig.“ Abschließend beurteilte Debong die massive Abwanderung junger Ärzte ins Ausland als enormes zukünftiges Risiko. 

v.l.n.r.: Gerald Gschlössl/AUSTROMED, DI Peter Halwachs (LISAvienna), Fredrik Debong (MySugr), DI Dr. Michaela Fritz (MedUni Wien), Dr. Ulrich Schuh (BMWFW), Prof. Dr. Oskar Aszmann (MedUni Wien - Bionic Hand), Dr. Herwig Ostermann (GÖG), Prof. Winfried Mayr (ÖGBMT), lic.oec. HSG Jürg Zürcher (Ernst & Young)

09.03.2017

AUSTROMED gratuliert Pamela Rendi-Wagner zur Bestellung zur Gesundheitsministerin

Vorstand und Geschäftsführung von AUSTROMED, der Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen, gratulieren Dr. Pamela Rendi-Wagner herzlich zur Bestellung zur Gesundheitsministerin und wünschen ihr viel Erfolg im neuen Aufgabenbereich.  

AUSTROMED-Präsident Gerald Gschlössl: „Frau Dr. Rendi-Wagner hat sich bereits in den vergangenen Jahren durch ihre hervorragende fachliche Expertise und ihr lösungsorientiertes Vorgehen ausgezeichnet. Die österreichische Medizinproduktebranche steht derzeit aufgrund neuer EU-Verordnungen und dem Wegfall der für die Zulassung neuer Produkte zuständigen österreichischen Benannten Stellen vor großen Herausforderungen. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir mit Rendi-Wagner die vielen offenen Fragen klären können und freuen uns bereits jetzt auf eine erfolgreiche und konstruktive Zusammenarbeit.“